Knast statt Altersheim (10)

So, jetzt geht es endlich weiter mit der Opa-Gang. Nun wollen wir uns aber auch mal mit der anderen Seite beschäftigen. Bis jetzt waren in der kleinen Stadt zwei Kriminalfälle anhängig, die scheinbar gar nichts miteinander zu tun hatten. Einmal war eine kleine Bankfiliale das Objekt, ein andermal ein Baumarkt.
Auf der Kriminaldienststelle der Kleinstadt gab es eine Kriminalobermeister, den keiner so richtig für voll nahm. Schon sein Name – Peckermecker – war Anlass zu vielen Witzen und derben Späßen. Die Kollegen meinten, der Obermeister stamme bestimmt von einem Ziegenhirten ab, in Wirklichkeit jedoch waren seine Vorfahren Schuhmacher gewesen und Peckermecker war vom Pech machen abgeleitet, welches die Schuhmacher früher brauchten, um den Zwirn für die Nähte der Schuhe wasserfest einzupechen.Kriminalobermeister Peckermecker bekam den Fall mit dem Bankraub. Da war kein großer Schaden entstanden und der leitende Inspektor meinte beiläufig, es müsse ein dummer Jungenstreich gewesen sein, denn so könnten sich wahrlich nur Ersttäter anstellen. Peckermecker solle nur tüchtig unter Jugendbanden forschen und er würde die Täter auf dem silbernen Tablett servieren können.

Unser Kriminal OM ging brav zu allen Leuten, die bei dem Überfall Zeugengewesen sein könnten und fragte geduldig einem nach dem anderen, was ihm denn aufgefallen sei. Der Filialleiter meinte, der Hauptgangster habe sich seltsam langweilig bewegt, als sei er ohne jede Eile gewesen. Ein anderer habe vor der Tür gestanden, sei aber nur von hinten anzuschauen gewesen und einen Fluchtwagen habe er nicht gesehen und auch nicht wegfahren hören, als der Überfall vorbei war. Die Bankangestellte meinte, es habe furchtbar gestunken, als der ganze Spuk vorbei war, so als habe jemand auf den Schreibtisch „gesch…“.

Interessant war die Aussage von Frau Putlitz. Sie war an dem Morgen zu spät gekommen und hätte die Gangster eigentlich treffen müssen. Es seien aber nur einige ältere Personen an der Endhaltestelle der Straßenbahn zu sehen gewesen, darunter meistens ältere Frauen. Ja ein oder zwei alte Männer habe es auch gegeben, das seien aber wahrscheinlich Friedhofsbesucher gewesen. Ein Auto habe auch sie nicht gesehen, wenn man einmal von dem Kleinlaster des Steinmetzen absähe, der aber immer vor dem Grundstück des Grabsteinhändlers stehe. Und dann wollte sie sich noch erinnern können, dass kurz vor dem Ausgang des Friedhofparks zur Bank hin ihr ein alter Mann entgegengekommen sei, der entsetzlich nach Kot gerochen habe, so als sei er grade in einen Hundehaufen getreten. Der sei aber mindestens 60, wenn nicht sogar über 60 gewesen und habe nur eine alte Aktentasche dabei gehabt. Besondere Eile habe man ihm auch nicht angemerkt.

Peckermecker begann zu bezweifeln, dass es sich hier um eine der stadtbekannten Jugendbanden gehandelt haben soll. Er tippte eher auf eine Ausländerbande, die mit Mopeds operierte. Diese soll schon in mehreren europäischen Städten gearbeitet haben und nicht unerhelblich Beträge erbeutet haben. Das Bild von Roger zeigt, wie leicht sich die Behörden irren können (wollen?)

 Irrtum der Behörden
Als nun der Coup mit dem Baumarkt polizeibekannt wurde, bekam natürlich der Kollege Kriminalhauptmeister Warnitz den Fall, der Shooting-Star des Kommissariats. Diesem traute die Vorgesetzte am ehesten die Aufklärung zu und als dieser beiläufig erwähnte, dass einer der Täter einen osteuropäischen Dialekt gehabt haben, glaubte Peckermecker, er läge mit der Ausländerbande genau richtig. Als er erwähnte, dass es sich bei beiden Delikten um die gleichen Täter handeln könne, bekam er ein wildes Gelächter zur Antwort, denn das eine seien Profis gewesen, das andere eben dumme Jungen.

Nun müssen wir mal abwarten, was noch alles passieren wird. Was wird Else machen? Werden die Opas wieder zuschlagen? Verpassen Sie auf keinen Fall die kommende Folge.

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