Knast statt Altersheim (Start)

Die Sache mit der Kreuzfahrt statt Altersheim scheint doch vielen Lesern einleuchtend gewesen zu sein, vor allem natürlich unter dem Kostenaspekt. – Es gibt aber noch eine zweite Methode, von der ich soeben erfahren habe. Auch sie erscheint völlig einleuchtend, wenn man sie Punkt für Punkt durchrechnet. Man bracht dazu etwas Mut, eine gute Idee und eine Kalaschnikof, wobei es auch eine Uzzi , eine Beretta,eine Häckler & Koch oder eine andere funktionierende MP tun würde. Hier mal ganz von vorne zur Situation einiger Rentner, und diese ist nicht an den Haaren herbeigezogen, wie man unschwer in einigen Gesprächen herausbekommen kann.

Herr, nennen wir ihn mal Draballa, wurde mit 62 Jahren Rentner, nachdem er seit seimen 51 Jahr arbeitslos gemeldet war. Da wurde es nichts mehr mit der üppigen Altersruhe, denn ihm blieben noch 750 Euro, von denen er über hundert Euro Krankenkassenbeitrag blechen musste. So waren es schließlich nur noch 615 Euronen, mit denen er wirtschaften konnte. –

Die (Kalt) Miete für seine Wohnung war inzwischen auf 230 Euro gestiegen und die restlichen 385 Euro waren noch nicht etwa der Grundbetrag, von dem er leben konnte. Die Stadtwerke hatten inzwischen seine monatliche Strompauschale auf 61 Euro erhöht und wegen der gestiegenen Heizölpreise war die Heizpauschale auf 71 Euro monatlich geklettert. Schwupp war man bei 253 Euro. Nun können ja die Müllabfuhr, die Wasserwerke und der Telefonprovider nicht völlig umsonst arbeiten, aber nun endlich schienen ihm noch 185 Euro zum (Über)Leben zu bleiben.

Da war aber doch noch die Sterbegeldversicherung, seine Enkel sollten schließlich nicht durch seinen Tod arm werden, da war auch noch die GEZ, schließlich war das Fernsehen fast sein einziger Kontakt zur Umwelt, da war auch noch eine Zusatzzahnversicherung, die KV der Rentner war auch dabei nicht besonders großzügig, wie alles in Deutschland oder in der Welt, was sich in ruhigen Zeiten Versicherung schimpft, in Krisenzeiten aber als Panzerschrank ohne Öffnung entpuppt. Rechnet man noch die Zuzahlung für die Medikamente von Herrn Draballa mit ab, den monatlichen Bedarf an Toilettenartikeln usw. dann blieben alles in allem noch etwas unter 100 Euro für Nahrung und Kleidung.

Da die Rentner allgemein weiterhin mit Nullrunden, ja de fakto mit Rentenkürzung wegen Inflation und hohen Pflege- und Krankenversicherungsbeiträgen rechnen müssen, bleibt abzusehen, wann Herr Draballa entweder seine Miete nicht mehr zahlen kann oder die Heizung einsparen muss, oder halt die Ernährung gegen Null fahren sollte.

Maschinenpistolen

Ist es das, was ein Rentner heute braucht? Kalaschnikov, Beretta, Uzzi!

Jedenfalls begann unser Held zu grübeln. War das der Dank für die Schwerstarbeit auf Werften und auf dem Bau, die er oft unter Lebensgefahr für das aufstrebende Deutschland geleistet hatte? War das der Dank, dass er gegen Ende seines unfreiwillig durch eine große Pleite seiner letzten Firma abgebrochenen Erwerbslebens hunderte von – damals – D-Mark an Abzügen für Rentenversicherung gezahlt hatte? Irgendwie war er mit diesem „Dank“ nicht ganz zufrieden und sann auf Nachbesserung. Je mehr er verglich, wie jene Politiker lebten, die ihm diese ganze Misere mit ihrer Lobbyistenwirtschaft eingebrockt hatten, und jene Kumpels von früher, denen es genau wie ihm vergleichbar bescheiden ging, umso mehr kam ihm der Gedanke, dass hier eine ganze Generation den Buckel für Großkopferte hinhalten musste.

Wird fortgesetzt

Über chamaco

Im Laufe meines Lebens habe ich eine schwere Behördenallergie erworben, deshalb schreibe ich die Ungerechtigkeiten hier gnadenlos auf. Ach, wie gut, dass Niemand weiß, dass ich Rum Pel Stielzchen heiß.
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2 Kommentare zu Knast statt Altersheim (Start)

  1. chamaco sagt:

    Ja, ich weiß, ich habe Häckler und Koch die MP 38 vergessen, aber so etwas Gutes können sich Rentner ja eh nicht leisten.

  2. Pingback: Alter schützt vor Freude nicht…. | TOPTEAM-WEB-LOG

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