Die Turnhalle in Halstenbek

Liebe Einwohner von Halstenbek. Ihr seid nicht allein, wie wir alle schmerzlich erfahren müssen. Berlin mit seinem Flughafen, Köln mit dem Stadtarchiv, bzw. der U-Bahn oder Stuttgart mit dem versenkten Bahnhof. Ihr seid in guter Gesellschaft mit der Turnhalle in Halstenbek. – 53 Grad nördlicher Breite? Ach ja, der geht ja durch Nord- und Ostsee und 9 Grad Östlicher Länge, das muss doch der Längengrad sein, der durch Schleswig-Holstein geht. Alles flaches Land und an beiden Seiten Wasser: Eine windige Gegend also.

Das weiß eigentlich jeder, der hier schon länger wohnt, aber einigen „wichtigen“ Leuten in Halstenbek scheint das entgangen zu sein. 1995 begann man nach der üblichen jahrelangen Planung und Rechnerei in Halstenbek mit dem Bau einer neuen Turnhalle, und wenn das Unterfangen gelungen wäre, dann hätte der Ort eine der schönsten Hallen nördlich der Elbe und südlich der Pinnau. – Man fing also mit Elan an zu bauen und bald blinkte und schimmerte das Glasdach in der Sonne von Halstenbek. Wenn man auf diese Seite geht, dann gewinnt man einen Eindruck. Nun kam aber der böse Wind, der zwischen den Meeren recht heftig wehen kann und blies den ganzen Schuppen – Bauamt, Statik, Berechnungen hin oder her – wie ein Kartenhaus um. Auch das soll es schon mal bei großen Stürmen gegeben haben, aber dann kommt der Wiederaufbau der Halle mit den gleichen Fehlern.

Ventilator

Als ob man es nun geahnt hätte, der große Nordseeventilator fing wieder an zu blasen und wieder krachte alles in sich zusammen. Seitdem taucht Halstenbek jährlich regelmäßig im Schwarzbuch der Steuergeldverschwendung auf. Und das Glasdach der Halle funkelt in der Sonne von Halstenbek, allerdings direkt auf dem Boden liegend. Wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen und bekommt sogar noch diesen Cartoon von Roger zur Ansicht dazu:

Heimwerker

Frei nach Wilhelm Busch:
Verstand – der ist nicht stets parat, man baut auch, wenn man keinen hat.

Nachtrag Oktober 2005: Nun will man den Architekten ans Leder, ans Geld nämlich. Das ist vielleicht auch nicht ganz ungerecht, aber wer kommt wieder völlig ungeschoren davon? Richtig! Das Bauamt.
Nachtrag Herbst 2006: Jetzt ist es endgültig, das Hallenwrack wird abgerissen. Na dann sucht mal schnell einen Sündenbock an der Pinnau!

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