Scharnier ausgebrochen

Dies ist kein Krimi, wie ein Genie aus dem Knast ausbricht, sondern ein Scharnier versagt den Dienst, nämlich das Festhalten einer Möbeltür, damit man diese öffnen und schließen kann. Diese Scharniere brechen gerne aus den heute üblichen Möbelplatten aus gepressten Holzfasern oder werden so lose, dass die Möbeltüren nicht mehr schließen. Da scheint guter Rat teuer, aber der Master of Desaster hat eine Lösung.
Nicht immer ist es der (geile) Geiz, der einen zwingt das Möbel zu reparieren, auch wenn man etwas fünf Treppen hochschleppen muss, oder durch besonders enge Flure, dann freut man sich über eine saubere und kostengünstige Lösung.
Es gibt Scharniere, die besonders gemein sind. Sie brechen nicht an den Türen aus, sondern am Schrankkörper. wie das abgebildete.

Da hat schon jemand versucht, die Metallteile anzukleben, um den Schrank zu retten. Das hilft natürlich nur wenige Türöffnungen lang, denn es entstehen trotz der relativ kleinen Abmessungen erhebliche Hebelkräfte.

Man sieht: So geht es nicht. Der Kleber, mag er noch so stark und schnell sein, kann die Kräfte bei Öffnen und Schließen der Tür nicht dauerhaft aufnehmen. Auf diesem Bild ist auch zu erkennen, daß die Halteschrauben oben und unten schon herausgenommen wurden, denn mit diesen Löchern soll nun etwas passieren.
Dazu benötigt man folgendes Werkzeug oder Material:
  • 1 Bohrer 5,5 oder 6 mm
  • 1 Bohrer 10mm
  • 1 Akkuschrauber
  • 4 Schrauben M5*30
  • 4 Muttern M5

Eventuell kann man auch noch neue Scharniere kaufen, aber, wenn wir an die Tür schauen, da sind beide Teile noch fest und sicher am Holz. Wie man so schön sagt: Es besteht kein „Handlungsbedarf“ weil das Gegenstück des Scharniers an der Schrankwand selbst noch völlig intakt ist. Es sind nur die Schraubenlöcher völlig ausgeschlagen und nicht mehr zu gebrauchen.
Widmen wir uns also wieder dem reparaturbedürftigen Teil. In der Werkzeugauflistung war ein 5mm oder 5,5 mm Bohrer aufgeführt. Diesen spannen wir jetzt in den mitgebrachten Akkuschrauber und bohren die Löcher, aus denen wir die lockeren Schrauben herausgenommen haben, einfach quer durch die komplette Wandstärke, bis der Bohrer an der Außenwand wieder herauskommt.
Jeder weiß, wie man Löcher bohrt, aber das dies an der richtigen Stelle geschieht, dafür gibt es dann noch dieses Bild.

Die Tür wurde herausgenommen, sie hängt ja eh`nur an 2 Schrauben, je einer oben und einer unten und schon lässt sich das Scharnier teilen. Nun hat man Platz, die Bohrmaschine anzusetzen und die Schraubenlöcher einfach durchzubohren. Dadurch kann man jetzt die 5 mm Schrauben einsetzen und mit einer Mutter festziehen. Die Schrauben halten jetzt das Teil des Scharniers sehr fest und die Klapptüren sind jetzt ausreichend belastbar.

Sehr wichtig! Die Schraubenköpfe dürfen nicht an der Außenseite des Möbelstückes zu sehen sein. Es besteht Verletzungsgefahr besonders, wenn kleine Kinder im Haushalt sind. Auch Erwachsene können sich sehr schnell an den kantigen Metall der Schrauben schneiden oder prellen oder auch die Klamotten beschädigen.
Wir haben ja in der Aufzählung auch einen 10mm Bohrer aufgeführt. Diesen braucht man, um die gebohrten Löcher an der Außenseite zu „versenken“. Das heißt nichts anderes, als die kleinen 5mm Löcher wenige Millimeter tief mit 10mm aufzubohren, damit der Schraubenkopf darin verschwindet.
Die hässlichen Schraubenköpfe kann man auf 3 Arten wegbekommen. Man kann sie zuspachteln und lackieren, man holt sich im Baumarkt in der Möbelabteilung weisse Schraubenkappen oder man nimmt statt der Senk- kopfschrauben Schlossschrauben mit blanken großen Köpfen. Das sieht auch bei farbigem Furnier gut aus. Auf keinen Fall – siehe oben – dürfen kantige Schraubenköpfe an der Seite hervorragen. – Für alle, die nach einem „fertigen Aussehen“ gefragt haben, dieses Bild: Die abgebildeten Schlossschrauben bieten noch einen weiteren Vorteil. Wegen der besonderen Größe des Schraubenkopfes binden sie viel mehr Material von der Schrankwand ein und erhöhen damit die Festigkeit und Dauerhaftigkeit der Reparatur.

Schloßschrauben in Edelstahl sind „küchenfest“. Man braucht ja nur 2 Stück pro Scharnier:

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