Knast statt Altersheim (15)

Den beiden Chefs der Fa. Herodot Sicherheitstransporte war schlagartig klar, was die Stunde geschlagen hatte. Wenn der Inhalt des Transportes nicht mehr aufzufinden wäre, dann würde eine jahrelange Unterschlagungsserie der beiden auffliegen. Herr Mommer hatte Millionen in San Remo verspielt, wohl auch in Las Vegas einige Hundertausende, sein Compagnon, Herr Krause hatte Unmengen von Geld in Ostasiatischen Bordellen verbraucht. Den beiden blieben nur einige Hundertausend, die sie als „eiserne Reserve“ in die Schweiz geschafft hatten, zu wenig für die Ansprüche der beiden.

Ganz so einfach wollte sich Herr Mommer nicht geschlagen geben. So wollte er am kommenden Morgen in aller Frühe noch einen bekannten Detektiv auf den Heldenplatz schicken, um auch nicht die kleinste Spur zu übersehen. –
Inzwischen hatte der Dieter auf seiner Mofa auch den letzten Sack in die Wohnung von Jan geschafft und als er mit dem Geld ankam, waren Else und die beiden Kollegen schon bei über einer Million an Euro, die sie bisher gezählt hatten. 2 Geldsäcke standen noch aus, und man wusste nicht recht, ob man sich freuen sollte, oder ob die Sache allmählich umheimlich werden würde. Sie zählten schließlich fast die komplette Nacht hindurch und kamen auf 2, 866 Millionen Euro. Als sie das Zählen beendet hatten, wussten sie nicht mehr genau, ob sie sich verzählt hatten, aber der Morgen graute und alle gingen nach Haus und wollten erst einmal ausschlafen und dann gegen Mittag des angebrochenen Tages großen Rat halten. Fast zur gleichen Zeit machte sich der Detektiv, von Herrn Mommer beauftragt, am Heldenplatz zu schaffen. Anscheinend waren hier keine besonderen Spuren zu entdecken. Er wunderte sich nur, wie rücksichtslos ein Gärtner gewesen sein musste, der wohl bei Unkraut jäten verschiedene Zweige von Buchsbaum und Rhododendron geknickt hatte. Dann sah er auch noch, dass der Gärtner nicht einmal seine Fußabdrücke geharkt hatte und unter den Büschen waren im lockeren Boden 2 Abdrücke, als hätten dort zwei Menschen direkt auf dem Boden gesessen. Blitzschnell schoss es ihm durch den Kopf: Hier könnten Geldsäcke versteckt gelegen haben. Er fotografierte alles gewissenhaft uns ließ sich dann im Büro noch einmal die Geschichte von den Panzerwagenpersonal erzählen.


Video= Geldautomat fÜr Senioren?

Es hatten also zwei zivile PKW auf dem Heldenplatz gestanden und der Kombi war offen gewesen, fertig zum Einladen. Dann erfuhr er von dem Fahrer des Kurierwagens, der die Geldsäcke regulär hätte holen sollen, dass eine Straßensperre sie zur Umleitung zwang. Das passte ihm alles viel zu gut zusammen und so hatte er den Verdacht, die beiden Eigentümer der geparkten PKW hätten hier eine Inszenierung vorgenommen, um die Geldladung zu erschleichen. Wenn man also – nach Meinung des Detektivs – die beiden Fahrer hätte, dann würde man wohl auch Näheresü über den Verbleib des Geldes erfahren. –
Für Herrn Mommer war es kein Problem, Adressen herauszufinden von Personen, die die bestimmen Autos „hielten“. Für den Detektiv war es wiederum kein Problem, die beiden Zuhälter herauszufinden und die Kollegen von Sicherheitsdienst der Firma Herodot auf den Plan zu rufen, um die beiden „Hauptverdächtigen“ eingehend zu befragen. Dabei waren sie nicht zimperlich und so ließen sie einen schwerverletzten Kombifahrer zurück, als sie sich mit dem Versprechen verabschiedeten, am nächsten Tag wiederzukommen, wenn sie das Geld nicht finden würden. Der Hondia Fahrer hatte etwas mehr Glück, denn in seinem Auto hatte man keine Begleitzettel der Geldsäcke gefunden, wie das im Kombi der Fall gewesen war, aber ganz ungeschoren war er auch nicht davon gekommen und so waren Rendezvous mit schönen Frauen auch für ihn wegen zwei Blutergüssen an den Augen nicht mehr erstrebenswert. –

Gegen Mittag des nächsten Tages kamen die 4 von der Rentergang zusammen, um die Lage eingehend zu beraten. Insgesamt hatten sie jetzt über 3 Millionen Euro erbeutet, noch fast nichts ausgegeben und rechneten fiberhaft, wieviel Geld bei welcher sicheren Anlage monatlich verbleiben würde. Else rechnete den Herren vor, dass man bei 4% Zinsen für Tagesgeld monatlich 6666 Euro zur Verfügung haben würde. Das wäre eindeutig für 4 Personen ausreichend. Man müsse es nur noch schaffen, das Geld irgendwo ins Ausland zu bringen und gleichzeitig vielleicht irgendwo im billigen Ausland zu leben.

Während in Jans Wohnung noch emsig beraten wurde kämpften ungefähr einen Kilometer entfernt in einer schäbigen Gegend der Kombifahrer um seinem Leben. Die Angestellten des Sicherheitsdienstes der Fa. Herodot hatten ganze Arbeit getan und bei ihrem Verhör so hart zugeschlagen, dass der stadtbekannte Liebhaber innere Blutungen erlitten hatte. Er fühlte sich hundeelend und müde. Als er über die Straße in einen Kiosk wollte, sackte er zusammen und blieb regungslos liegen. Passanter alarmierten die Polizei, die ihn zunächst für betrunken hielt, dann aber den Rettungswagen alarmierten, weil der Mann nicht ansprechbar war. Als der Rettungswagen im Bethesda Krankenhaus ankam, war der Mann gestorben.

Gelingt es den 4 Freunden, ihre Beute ins Ausland zu bringen? Wird die Leiche des Kombifahrers obduziert? Wird der Mord an ihm aufgeklärt? Fragen über Fragen. Versäumen Sie nicht die nächste Folge.

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