Knast statt Altersheim (14)

In diesem Kapitel wird geschildert, wie unsere Protagonisten ander Gauner betrügen. Lesen Sie einfach auch die anderen Kapitel zum besseren Verständnis.
Zur Auflockerung dieses Video der Gmünder Grundschule. Sie spielen Theater und haben alle meine Klieschees bedient. Ich hoffe, dass ich ihr Einverständnis voraussetzen kann, mach ich doch auch Reklame für sie.

Eigentlich war ja alles schon erzählt. Aber wie schaffen die Vier es, ohne Auto einen Panzerwagen auszurauben. Wie transportieren Sie die Beute und wie reagiert die Polizei?

Am Tag als der große Reibach losgehen sollte, klauten Werner und Jan eine Schubkarre und mehrere Absperrschilder sowie derbe Bauschutt Müllsäcke von einigen großen Baustellen. Das fiel überhaupt nicht auf, weil sie Arbeitsklamotten anhatten. Else schrieb inzwischen einen Zettel an zwei stadtbekannten Hurenböcke, die jeder Schürze nachrannten, auch solchen, die garnicht existierten. Sie schrieb in verstellter Schrift: Fahr bitte mit Deinen Auto heute zum Heldenplatz. Dort steigst Du aus, damit Dich oder dein Auto keiner erkennt, und gehst in die Torgauerstraße 15. Ich werde pünktlich um 10 auf Dich warten, wenn ich noch nicht dort bin, dann warte bitte einen Moment, damit wir uns einen schönen Nachmittag machen können.

– Den ersten Freier schickte sie also in die Torgaustrasse, der andere musste in die Köhlergasse. Beide Orte waren mindestens 40 Minuten zu Fuss oder mit dem Bus von Heldenplatz entfernt. Hin und zurück müsste es also – selbst wenn beide nicht auf ihr Abenteuer warteten – ungefähr 1 und eine halbe Stunde dauern, ehe sie zurück kamen.
Inzwischen hatten Jan und Werner die Verkehrsschilder geschickt in der Zufahrtstraße zum Heldenplatz versteckt, um sie mit wenigen Handgriffen zu einer einseitigen Vollsperrung auszubauen. Damit wurde der PKW der Geldkuriere, die das Geld aus dem Panzerwagen abholen sollten, in eine Sackgasse umgeleitet. Weil hinter ihnen noch weiterer Verkehr umgeleitet wurde, konnten sie dort nicht so einfach wieder weg. Dann wurde die Sperrung wieder abgebaut. Als sie so auf die kommenden Ereignisse warteten, kam schließlich der erste der beiden Liebhaber in einem Kombi.
So ein Glück und bald darauf kam der zweite in einer aufgemotzten billigen Limousine. Der Dieter, der schon am Heldenplatz stand, sah auch, wie beide sich geschniegelt und gebügelt unabhängig voneinander von ihren Autos entfernten. Mit dem vorher besorgten Aufsperrwerkzeug öffnete er den Kombi damit er die Heckklappe weit einladend aufsperren konnte. – Dann kam der Panzerwagen der Firma Hereros. Er fuhr direkt neben den Lieferwagen auf dem Heldenplatz, und die Hintertür wurde aufgerissen. Der Dieter in seiner Wachmann Theateruniform meinte, die Geldboten sollten die Säcke bitte hinten in den Kombiwagen legen, er habe sich die Hand verletzt. Die beiden hatten wohl jemand anderes als den Dieter erwartet, vor allem hatten ihre anderen Kollegen nur Zivilanzüge, aber dieser sagte ganz trocken, dass der Chef keine Hanytelefonate bei den Transaktionen wünsche, weil man eingebuchte Telefone orten könne. Die beiden stiegen wieder hinten in den Panzerwagen und fuhren davon, fünf Geldsäcke zurücklassend.

Als Werner und Jan den Panzerwagen zurückkommen sahen, packten sie die Absperrung weg und warfen sie über eine Gartenmauer in einen benachbarten Garten. Dann beeilten sie sich mit der Schiebkarre zum Heldenplatz zu kommen. Dort wurde versucht, die fünf Säcke in die Schiebkarre zu verstauen, es konnten aber nur 3 geladen werden. Die anderen beiden wollte man nachholen, nachdem man sie in den Büschen um das Kriegerdenkmal versteckt hatte, damit der Kombiwagen wieder abgeschlossen werden konnte.
Jan und Werner schoben nun abwechselnd die Schiebkarre mit den Geldsäcken in Müllsäcken durch die Stadt. Da sie Arbeitskittel anhatten, die denen der Stadtwerke sehr ähnelten, kamen sie völlig unbehelligt zu Hause bei Jan in der Moltkestrasse an. Dort warteten schon Dieter und Else. Als Dieter hörte, dass man zwei Säcke zurückgelassen hatte, bot er sich an, mit seiner Mofa dort hinzufahren um den Rest des Geldes zu holen. Inzwischen waren Stunden vergangen und gewiss sei die Polizei schon am Tatort, meinte Jan, aber Else glaubte nicht, dass die Firma Hereros überhaupt die Polizei rufen würde, weil sie doch selbst außerhalb des Gesetzes handelte. Warum sonst sollte sie die gefährliche Arbeit mit dem PKW inszenieren. So bestärkt fuhr der Dieter los zu Heldenplatz, wobei er sich zwei Seesäcke gekauft hatte, jene mächtigen Behälter, wie sie früher bei Seeleuten gebraucht wurden, um deren Habe beim Wechsel der Heuerverträge zu verstauen.

Auf dem Heldenplatz angekommen sah Dieter, dass der dunkle Kombiwagen schon weg war. Leider stand immer noch der aufgemotzte Hondia dort und der Besitzer konnte jeden Moment zurückkommen. Was Dieter nicht wusste: Der richtige Geldkurier war inzwischen eingetroffen und hatte eine Stunde auf den Panzerwagen gewartet. Als sie dann gegen die Vorschrift in der Fa. angerufen hatten, erfuhr diese, dass die gesamte Geldsendung verschwunden sei. Der Kombi wurde von einem Spezialisten der Fa. geöffnet und durchsucht. Ebenso der Hondia. Natürlich blieb das Geld verschwunden, denn Jan und Werner fuhren ja mit dem einen Teil in der Stadt herum, der Rest lag immer noch unter den Rhododendron am Heldenplatz.
Dieter wusste das alles nicht, er sah aber, dass er nur einen Sack zur Zeit auf seine Mofa bekommen würde. Also packte nur einen Seesack auf seinen Gepäckträger und fuhr in Richtung Wohnung von Jan.

Können die Freunde auch den letzten Geldsack holen? Wieviel Beute wird es denn jetzt werden? Schaltet die Firma überhaupt die Polizei ein?
Das alles klärt sich bald auf. Auf diesen Seiten.

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